Der Don

Mein neuestes Projekt, ein erotischer Thriller, der auf der schönen Insel Gran Canaria spielt, befindet sich derzeit in Vorbereitung.
Erscheinungstermin: 
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Der genaue Termin wird in Kürze bekanntgegeben


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TEXTSCHNIPSEL aus "Der Don"


Als sie näher kamen, stockte ihnen der Atem. „Oh Gott, was ist das denn?“, kreischte Saskia und schlug die Hände vor den Mund. 

Zwischen den Felsen lugte ein menschlicher Fuß hervor. Sie griff nach der Hand ihrer Mutter und mit heftigem Herzklopfen gingen sie um den Felsen herum. Der Anblick, der sich ihnen bot, schockierte sie zutiefst.

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Lady Marleen saß vor ihrem schwarzen Schminktisch, schaute in den geschwungenen Spiegel und öffnete eine der beiden großen Schubladen. Alles lag griffbereit vor ihr. Sie kämmte ihre blonden Haare zu einem straffen Zopf und zog die Perücke mit dem schwarzen Pagenschnitt über. Dunkler Eyeliner, grellroter Lippenstift und viel Wimperntusche verwandelte nicht nur ihr Gesicht, sie gaben ihr ein neues Selbst. In einer Stunde kam ihr erster Kunde. Normalerweise schminkte sie sich kaum. Doch wenn sie hier war, änderte sie ihre Identität in Lady Marleen. Für ihren Beruf war diese Verwandlung unerlässlich. Sie zwängte sich in das eng anliegende schwarze Latex-Minikleid, schlüpfte in die Highheels und streifte sich die bis zu den Oberarmen reichenden Latexhandschuhe über. 

Fertig. Noch zehn Minuten.


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Am kleinen Hafen von Mogan glitzerte das Wasser im morgendlichen Sonnenlicht. Es war ein Tag wie aus dem Bilderbuch. Der Don blickte aus dem Fenster seines privaten Bereichs, hinab auf die kleine, geschwungene Brücke, über die schon zu dieser frühen Stunde vereinzelte Touristen spazierten. Im ruhigen Wasser unter ihm dümpelten träge die Ruder- und Motorboote, die an Touristen vermietet wurden und vereinzelte Yachten. Weiß leuchtete die Fassade des typisch kanarischen Hauses im Sonnenlicht, nur unterbrochen von schmalen farbigen Umrandungen, Fenstern und Balkonen. Nichts deutete darauf hin, was sich hinter dieser malerischen Außenansicht befand. Zufrieden blickte sich der Don um. Alles war frisch renoviert und die letzte Reinigungskraft verließ gerade das Gebäude.

Den Grundstein für neue Geschäftskontakte hatte er in der Nacht am Strand von Maspalomas gelegt. Sein in Insiderkreisen über die Grenzen Spaniens hinaus bekanntes Event war ein voller Erfolg gewesen. 

Gestern hatte er Lady Marleen in seinen inneren Kreis aufgenommen. Diese besondere Auszeichnung ließ der Don nur von ihm persönlich ausgewählten Personen zuteilwerden. Seine Kunden würden bei ihr in den besten Händen sein. Außerdem sollte sie die Ausbildung der neuen Ladys übernehmen. Natürlich hatte er sie vorher überprüft, wie er es mit jedem handhabte, der für ihn arbeiten sollte. Nun würde er sie systematisch in die Tiefen seines Business einführen.     
                             
 

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Ihr Herz machte einen Extraschlag, als sie Sebastian in der Bodega am Strand Las Canteras auf sie warten sah. Er war ein attraktiver Mann mit blauen, strahlenden Augen, kurzen schwarzen Haaren und einem Dreitagebart. Eine olivfarbene, bis in die Mitte seiner Oberschenkel reichende Hose ließ seine gebräunten, athletischen Beine sehen und ein weißes, kurzärmeliges Hemd, von dem die oberen drei Knöpfe offenstanden, löste ein scharfes Einatmen bei ihr aus. 

Als sie an den Tisch trat, erhob er sich sofort, begrüßte sie mit drei Wangenküssen und schob ihr höflich den Stuhl zurecht. 

„Du wolltest mit mir noch geschäftliche Dinge klären, richtig? Ich bin noch nicht mit den Eingaben ins System fertig, aber das wird nicht mehr lange dauern“, plapperte sie sofort los. „Ich hoffe, das ist in Ordnung. Die neuen Kunden werden erst nächste Woche Bestellungen aufgeben. Ansonsten müsste ich …“ 

„Anja“, unterbrach Sebastian. „Ich wollte nichts Geschäftliches besprechen. Ich wollte einen Nachmittag mir dir verbringen.“ 

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Juans Herz machte einen Sprung, als es an seiner Haustür klingelte. Das musste Anja sein. Mit bleichem Gesicht und am ganzen Körper zitternd stand sie vor ihm.

„Was ist passiert? Du bist ja völlig fertig“, fragte Juan besorgt. „Setz dich. Ich mache dir eine heiße Schokolade.“

Trotz der Abendwärme legte er eine Wolldecke um ihre Schultern, brachte den Kakao und setzte sich neben sie auf die verschlissene hellbraune Wildledercouch.

„Es ist etwas Schreckliches passiert, Juan. Ich muss dir alles erzählen. Alleine schaffe ich das nicht mehr“, schluchzte sie und Tränen liefen ihr über die Wangen. „Wo habe ich mich da nur hineinmanövriert?“

„Anja, du machst mir Angst. Was ist denn los?“ 

„Es wird eine lange Geschichte ...“

„Kein Problem. So langsam gewöhne ich mich an lange Geschichten. Vor Kurzem habe schon mal eine gehört“, meinte er aufmunternd.